Mittwoch, 8. Februar 2017

Freed of London Classic Pro - Erfahrungsbericht

Ich hatte euch im Haul erzählt, dass ich ein neues Paar Spitzenschuhe bestellt habe und euch einen Erfahrungsbericht schreiben wollte, sobald ich die Schuhe in Gebrauch habe. Natürlich tanze ich mittlerweile nicht mehr in den damals bestellten Schuhen, jedoch tanze ich immer noch mit dem Model: Freed of London - Classic Pro in 6 XXX.

Das Modell ist aktuell mein heiliger Gral - ich liebe es. Doch fangen wir vorne an.

Classic Pro ist mit 75,24€ ohne Versand mit Sicherheit kein günstiges Spitzenschuhmodell, aber das sollte meiner Meinung nach ohnehin kein Kaufkriterium für Spitzenschuhe sein. Der Schuh ist von der Marke Freed of London, der Hausmarkte des Covent Garden. Alle Schuhe dieser Marke werden in Handarbeit hergestellt, dementsprechend kann der Versand etwas dauern. 

Der Classic Pro ist ein Spitzenschuh mit V-förmig geschnittenem Blatt und vorwärts gerichteter Plattform. Der Schuh hat eine 3/4 Sohle und ein Gummizugband. Einige Shops vergleichen ihn mit dem "Bloch Amelie", dem kann ich aber nicht unbedingt zustimmen. Wie für Freed-Schuhe bekannt, ist auch dieser Schuh eher als "weich" zu bezeichnen.

Meine Erfahrung mit dem Freed of London - Classic Pro ist durchweg positiv. Zunächst habe ich den Schuh nur mit Satinbändern und Lederflicken auf den Kappen ausgestattet. Durch das Gummizugband hat er auch ohne Fersengummis einen unfassbar guten Halt. Weiterhin habe ich das hintere drittel der Sohle auseinandergetrennt und den kleinen Nagel, welcehr die Sohle an der Ferse zusammenhält, entfernt. Ab der ersten Anprobe, macht dieser Schuh bei mir einen wunderschönen Füße, sowohl auf der Spitze, als auch beim Spielbein. 
Das Eintragen, sofern man das sagen kann, war problemlos. Ich konnte ab dem ersten Moment richtig tanzen, hatte weder Schmerzen, noch Druckstellen, noch Blasen. Nach ca. 5-6 Trainingseinheiten saß der Schuh wie eine zweite Haut. Ich hatte in meiner Zeit auf der Spitze noch keinen Schuh, mit dem ich mich von Anfang an so sicher gefühlt habe.

Der Schuh bietet mir genau die Balance zwischen Stabilität und Flexibilität, die ich brauche. Hier möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass dieser Schuh nicht für Anfänger geeignet ist. Durch die 3/4-Sohle bietet er Tänzerinnen mit schwächeren Füßen einfach nicht die ausreichende Unterstützung.

Irgendwann hatte ich diesen Punkt "Der Schuh ist perfekt - besser geht es nicht". Anders als bei meinen bisherigen Schuhen ist dieser Punkt leider nur von kurzer Dauer gewesen. Wenige Trainingstage später war der Schu zu weich, einige Trainingseinheiten später konnte ich mit dem großen Zeh den Boden spüren und die Schuh sind eher zu vergleichen mit "Socken". Verglichen mit meinen bisherigen Schuhen von Bloch, ist die Haltbarkeit der einzige Punkt, den ich hier nicht hochloben kann. Natürlich liegt das in der Natur der Sache, wenn man einen tendenziell eher weichen Schuh kauft. Die Vorteile überwiegen in diesem Fall, denn einen hohen Spitzenschuhverschleiss habe ich ohnehin. 

Ich für kann für mich sagen, dass ich den perfekten Spitzenschuh gefunden habe und hoffe, dass ich noch lange Zeit Freude an diesem Modell haben werde.

Mittwoch, 25. November 2015

Carmen - Interpretation des Charakters


Wie ihr vielleicht schon mitbekomen habt, tanzen wir bei der Vorstellung 2016 unter anderem ein Teil aus "Carmen". Die Choreographie  wird sehr sehr cool werden - eine Kombination aus klassischem und modernen Stil. Doch wer war "Carmen" überhaupt?

Schauen wir uns dazu zunächst die Handlung des Balletts an.  

Die Geschichte ereignet sich im Jahr 1820 in Sevilla. Carmen, eine junge Zigeunerin, arbeitet in einer Tabakfabrik. Zur Pause strömen die Arbeiterinnen nach draußen und werden von den Soldaten der Wache begehrlich beobachtet. Unter ihnen ist Don José, der eigentlich das Waisenmädchen Micaela heiraten soll, und sein Vorgesetzter Zungias. Die Mädchen tanzen auf dme Platz und Carmen wirft Don José eine Akazienblüte zu, um dessen Aufmerksamkeit zu bekommen. Erfolgreich.
Bei einer Auseinandersetzung in der Fabrik, verletzt Carmen eine Frau mit einem Messer und soll von José ins Gefängni gebracht werden. Sie üverredet José sie freizulassen und verspricht ihm dafür eine Nahct mit ihr. José lässt sich verführen, wird aber erwischt und muss für einen Monat ins Gefängnis.
Als José aus dem Gefängnis entlassen wird, trifft er Carmen in einer Taverne, wo sie von dme Torero Escamillo umworben wird. José nimmt dies eifersüchtig zur Kentniss. Jedoch ertönt alsbald der Zapfenstreich, der José zu Pflicht ruft. Carmen verspottet ihn für sein Pflichtbewusstsein und sie bietet ihm einen Platz in einer Schmugglerbande, für die auch sie selbst arbeitet. José lehnt dieses Angebot allerdings ab. 
Zwischenzeitlich beginnt auch Josés Vorgesetzter Zunigas Carmen zu umwerben. Josés Eifersucht führt zu einem Kampf zwischen den beiden. Carmen jedoch hat das Interesse an Don José endgültig verloren und sich dem Torero Escamillo zugewandt. Auch zwischen ihm und Don José kommt es zu einem Kampf, in dem José unterliegt. 
Später finden sich alle Beteilgten in der Stierkampfarena ein, um einen Kampf Escamillos zu sehen. Als Carmen mit José allein ist, gesteht dieser seine Gefühle, die sie jedoch nicht erwiedert. Aus Wut und Verzweiflung über diese Zurückweisung tötet José Carmen und bricht weinend über ihrer Leiche zusammen. Letztendlich gesteht José den Mord und stellt sich.

Wer ist diese Frau für mich? Was denke ich, wenn ich mir vorstelle, ich sei sie?

Also: Carmen ist für mich eine junge Frau, die in erster Linie auf siche und ihr eigenes Vergnügen aus ist. Sie ist, was die Gefühlle anderer angeht recht skrupellos. Ich denke, dass sie sich ihrer Wirkung auf Männer sehr wohl bewusst ist und diese ine einem bestimmten Moment auch leidenschaftlich liebt. Jedoch sind diese Momente nicht von langer Dauer und ihre Liebe zu sich selbst und ihrer Unabhängigkeit ist größer. Carmen scheint das Abenteuer zu suchen und nur darauf aus zu sein ihre eigenen Bedürfnisse zu stillen.
Um es auf den Punkt zu bringen - Carmen lebt den Moment leidschaftlich, egoistisch, arrogant und ohne Rücksicht auf Verluste. Man könnte sie als Femme Fatale bezeichnen. So versuche ich sie zu verkörpern.

Das allein wäre allerdings ein wenig zu sehr an der Oberfläche gekratzt. Ich denke, dass Carmen nicht nur eine Femme Fatale ist. Steckt hinter ihrem Verhalten Angst vor einem Fehler? Angst sich an den falschen Mann zu binden? Die Angst vor einem gebrochenen Herzen? Ich denke, dass man die unentschlossene, rastlose Seite ihres Charakters im Hinterkopf behalten muss, wenn man Carmen authentisch auf die Bühne bringen möchte. 

Ich bin sehr gespannt, ob es mir gelingen wird in Carmen hineinzuschlüpfen und das Publikum zu verführen.

Bild: https://04varvara.files.wordpress.com/2011/08/04f-alicia-alonso-bolshoi-ballet-08-111.jpg?w=800

Montag, 23. November 2015

Unterrichtsmethoden?! - Waganowa vs. RAD

Heute möchte ich ein bisschen auf die Methoden der Waganowaschule und der Royal Academy of Dance (RAD) eingehen. Vorweg muss ich sagen, dass dieses Thema höchtwahrscheinlich Bücher füllen würde und die Meinungen dazu stark auseinander gehen. Trotzdem möchte ich versuchen Beide Methoden zu beschreiben und und zu vergleichen. 

Die RAD wurde im Jahr 1920 von dem sogenannten Dancer's Circle Dinner gegründet. Dies war ein Zusammentreffen fühender Tänzerinnen und Tänzer um den Redakteur der Dancing Times Philip Richardson mit dem Ziel die Qualität des Ballettunterrichts zu fördern, die zu dieser Zeit, vor allem in England zu wünschen übrig ließ. Die beteiligten Tänzer vertraten die zu dieser Zeit in Europa vertretenen Tanzstile: Lucia Cormani (Italien), Edouard Espinosa (Frankreich), Adeline Genée (Dänemark), Phyllis Bedells (England) und Tamara Karsawina (Russland). Gemeinsam gründeten sie die "Association of Teachers of Operatioc Dancing", aus der sich 1936 durch König Gerog V die Royal Academy of Dancing und später die Royal Academy of Dance entwickelte. Mittlerweile ist die RAD die größte und einflussreichste Organisation bzgl Sicherung und Verbesserung des Standards der Tänzererziehung. 

Die Methode teilt die Ausbildung in verschiedenen Stufen ein, sogenannte Grades, an deren Ende eine Prüfung steht. Es ist genau festgeschrieben, welche Übungen in der jeweiligen Stufe behandelt werden. Ebenso wie die Musik und die Trikotfarbe dem Muster der Grades folgt. Das Ziel dieses Konzepts ist, den Kindern erreichbare Ziele zu bieten, um Motivation und Spaß an der Sache zu erhalten. Obwohl diese Methode einleuchtend erscheint, setzt sie sich überwiegend im Amateurbereich des Balletts durch. Margot Fonteyn, selbst lange Zeit Vorsitzende der Organisation, sagte: "...die RAD kümmert sich ernsthaft um junge Menschen, die nie Balletttänzer werden wollen, aber dennoch Ballett-Tanz trainieren. Die RAD vertritt die Auffassung, dass es für ein Kind außerordentlich frustierend sein muss, sich einer Sache wegen anzustrengen, die es niemals beherrschen wird..." [Wendy Nele "Die richtige Ballettschule"]   

Kommen wir nun zu der mit vertrauteren Waganowa-Methode. Diejenigen, die mich hier auf Spitzenschuh verfolgen, wissen, dass ich nach Waganowa ausgebildet wurde. Was bedeutet das eigentlich? Werfen wir dazu zunächst einen Blick auf die Geschichte.

Quelle: Wikipedia
Agrippina Jakowlewna Waganowa wurde im Jahr 1879 in Sankt Petersburg geboren. Im Alter von zehn Jahren (1889) begann sie ihre Ballettausbildung an der kaiserlichen Ballettakademie in Sankt Petersburg. Ihre Bühnenkarriere begann im Jahr 1915 am Mariinski-Theater und endete im Jahr 1921. Nach der Beendigung ihrer Karriere, wendete sich Agrippina Waganowa den Aufgaben als Ballettpädagogin zu. Von 1934 bis 1941 leitete sie die Sankt Petersburger Ballettschule, die vier Jahre nach ihrem Tod (1951 in Leningrad) nach ihr benannt wurde. Während ihrer Zeit als Ballettpädagogin, etwarf sie das Waganowa Unterrichtssystem, eine theoretische Grundlage für Ballettunterricht. Diese fasste sie unter anderem in der "Grundlage des klassischen Tanzes" zusammen.
Nach dieser Grundlage arbeiten die meisten Professionellen Ballettshculen z.B. außnahmslos alle staatlichen Ballettschulen in Deutschland.

Diese Methode umfasst die komplette (theoretische Ausbildung zur professionellen Tänzerin im strengen, akademischen Stil. Die Methodik setzt sich aus den Tanzstilen der frühen italienischen und der französichen Schule zusammen steht aber auch unter dem Einfluss großer russicher Tänzer. Fokus der Ausbildung durch Waganowa sind einfache, weiche, große Bewegungen und Posen. Hier kann man einen ziemlichen Unterschied zu der Methode der RAD erkennen, die eher kleiner ausgeführte Positionen und Bewegungen vorschreibt. Die RAD verfolgt hier das Ziel Kinden engegenzukommen. Als Beispiel können zu große Armbewegungen bei Kindern schneller zum Hohlkreuz führen, was dann korrigiert werden muss.  Die Grundlage der Waganowaschule liegt auf der Kräftigung der unteren Rückenmuskulatur, korrekter Haltung, sowie peinlich genaue Nutzung der Arme und Schultern. Ihr seht - woltl ihr herausfinden, ob ein Tänzer nach Waganowa oder RAD tanzt, schaut euch die Arme an ;-) Hier finden wir einen ganz wesentlichen Unterschied der beiden Stile: Die Armpositionen. In der Waganowalehre spricht man von drei (vier) Grundpositionen. 

Perperation (Waganowa / RAD)
Die leicht gerundeten Arme werden vor dem Körper zusammengehalten. Die Finger sind locker und eng aneinander liegend. Weder Arme oder Hände berühren den Körper und es gibt einen leichten Abstand zwischen den Händen
 
1. Position (Waganowa / RAD)
Die Arme befinden sich wie in der vorbereitenden Position, aber in der Höhe des Bauches. Die Arme sind leicht gerundet und werden von den Oberarmen getragen.
 
2. Position (Waganowa / RAD) 
Die Arme werden von der 1. Position bis zu Seite geöffnet, wobei der Ellenbogen ganz leicht gerundet ist. Ellenbogen ist leicht tiefer als der Schulter, die Hand etwas tiefer als der Ellenbogen. Das Handgelenk ist lang und die Hand zeigt nach vorne, die Schultern bleiben gesetzt. 


3. Position (Gleich 5. Position RAD)
Die Arme werden von der 2. Position nach oben geführt, und treffen soch vor bzw. oberhalb des Kopfes. Die arme haben die gleiche Form wie in der Preperation, aber die Hände sind oben, sodass der Tänzer die Hände sehen kann, wenn er den Kopf leicht hebt.

4. Position 
Der eine Arm befindet sich in 2. Position und die andere in 5. Position.  

3. Position (RAD)
Der eine Arm befindet sich in 1. Position und der zweite Arm in der 2. Position.

Verglichen ist die Ausbildung der Waganowa Schule länger. Die Schüler lernen zunächst die korrekte Technik, bevor "getanzt" wird. Verglichen dazu ist die RAD dort etwas schneller. Die Kinder können früh die Schritte tanzen, jedoch leider nicht immer mit der korrekten Technik. Hier wird auf das stumpfe eintrichtern der technischen Grundlagen zum Teil verzichtet. Die Quantität steht hier auf Kosten der Qualität im Vordergrund. Natürlich ist auch hier wieder der Fokus auf den Laientänzer gelegt. Motivation und Spaß am Tanzen steht hier an erster Stelle und das ist besonders im Kinderballett auch enorm wichtig. Gerade im Hobbybereich. Verglichen dazu kann es bei Waganowa in der Urform auch schon einmal zu einem schnellen Stagnationsgefühl kommen, da versucht wird die Technik von anfang an zur Perfektion zu treiben.

Ich persönlich denke, dass die Methode der RAD ausschließlich ein einheitlicher, verantwortungsvoller Standard der Laienausbildung ist, sich für eine Berufsausbildungausbildung jedoch nicht eignet, während die Waganowamethode einem eigenen Stil beinhaltet. Sie ist natürlich strenger, akademischer, jedoch lässt sie auch mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeit durch den Lehrer zu. Ich fühle mich in der Waganowaausbildung sehr sehr wohl, jedoch kann ich auch gut nachvollziehen, dass vor allem im Kinderballett lieber auf die Methode der RAD zurückgegriffen wird.

Schreibt mir doch sehr gerne über eure Erfahrungen in den verschiedenen Systemen. Ich würde wahnsinnig gern eure Meinung dazu hören.

Mittwoch, 18. November 2015

How to... - Spanisches Bühnen Make Up

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, tanzen wir bei der nächsten Vorstellung einen Teil aus "Carmen" und ich die Variation der Kitri aus Don Quichotte. Ich habe mir dies zum Anlass genommen schon einmalmit dem Make-Up herum zu experimentieren und dabei ein paar Fotos für euch zu machen für ein neues "How to..." Ich habe euch die verwendeten Produkte abfotographiert. Solltet ihr an einer genauen Produkt- oder Farbbezeichnung Interesse haben, dann kann ich gern eine Auflistung der Produkte nachreichen.


Doch lasst uns gar nicht erst groß um den heißen Brei herumreden und loslegen:


Zunächst einmal beginne ich damit mein Gesicht zu renigen und eine leichte Creme aufzutragen. Diese muss natürlich gut eingezogen sein, bevor ihr anfangt zu schminken. Sobald dies der Fall ist, lege ich los. Und zwar mit einem grünen Concealer von Alverde. Diesen trage ich auf alle rötlichen Stellen in meinem Gesicht auf. Die grüne Farbe hebt die roten Flecken auf und schafft ein gleichmäßigeres Hautbild. Den Cocealer lasse ich auf der Haut ein bisschen antrocken.

Anschließend trage ich meine Foundation auf. Da meine Haut nicht so arg unrein ist, benutze ich hier eine leicht deckende Foundation, kein Camouflage. Achtet darauf, dass euer Make-Up nicht zu dunkel ist. Lieber einen leicht zu hellen Farbton wählen. Wie im richtigen Leben macht helles Make-Up einen frischen Teint, dunkles lässt das Gesicht müde und alt wirken. Auch dieses Mal nicht vergessen die Foundation gut zu verblenden - Hals, Ohren und Haaransatz müssen mitgeschminkt werden, um hässliche Ränder zu vermeiden.

Wenn die Foundation gut in die Haut eingearbeitet ist, gebe ich einen hellen Concealer unter meine Augen. In einer dreieckigen Form lasse ich den Concealer auf meinen Wangen auslaufen. Auch hier gilt verblenden, verblenden, verblenden. 

Ein bisschen Concealer gebe ich auf meine Augenlider, damit ich eine gleichmäßige Basis für meinen Lidschatten habe. Ihr könnt hier natürlich auch eine richtige Eyeshadow-Base benutzen.

Anschließend fixiere ich das Ganze mit einem transparenten Puder. Zum Schluss lege ich eine Puderbarriere unter meine Augen, damit der Fall Out meines Lidschattens meine Base nicht verschmiert.

Nun beginne ich mit dem Schminken meiner Augen. Da das Bühnenlicht den meisten farbigen Lidschatten verschluckt, wähle ich dieses Mal einen graue - blauen Lidschatten. 

Ich beginne mit einem weißen Lidschatten, den ich auf mein bewegliches Lid auftrage. Ich ziehe den weißen Lidschatten über meinen inneren Augenwinkel hinaus, sodass mein Auge im Licht der Bühne geöffnet aussieht. 

Anschließend trage ich eine grauen Lidschatten in meinem äußeren Augenwinkel auf und taste mich ein drittel des Augenlides in die Mitte vor. Ich benutze hierzu einen Lidschattenpinsel und einen matten Lidschatten. Verwendet man zu viel glitzernden Lidschatten, wird das Licht der Bühne zu stark reflektiert und "schluckt" eure Mimik. Anschließend verblende ich den Lidschatten mit einem fluffigen Blendepinsel über die Lidfalte hinaus.

Nun trage ich einen mondblauen Lidschatten in meiner Lidfalte auf und verblende diesen gut. Ein wenig ziehe ich auch diesen Lidschatten über meine Lidfalte hinaus, um mein Auge optisch zu vergrößern.

Wenn ich mit meinem Lidschatten zufrieden bin, nehme ich einen großen Pinsel und fächere die Puderbarriere mit dem heruntergerieselten Lidschatten vorsichtig weg. Hierbei ist es sehr wichtig, dass ihr wenig Druck ausübt, da ihr sonst den Lidschatten in eure Base einreibt.

Mit einem flüssigen Eyeliner ziehe ich nun oben einen Lidstrich mit einer nach oben geöffneten Wing. Der Eyeliner ist bei diesem Make-Up eher zart für Bühnenverhältnisse. 

Auf der unteren Wasserlinie trage ich zunächst einen lilanen Kajalstift auf. Unterhalb der Wasserlinie ziehe ich ab der Mitte des Augenlides einen weiteren Eyelinerstrich, ebenfalls mit einer nach oben geöffneten Wing. Den Zwischenraum der Eyelinerstriche male ich mit einem weißen Kajalstirft aus. (Hier habe ich leider kein Foto gemacht - ihr könnt den weißen Kajal aber im weiteren Verlauf sehen)

Die Wimpern biege ich zunächst mit einer Wimpernzage in Form. Dann trage ich vorsichtig ein Paar falsche Wimpern auf. Dazu gebe ich zuerst ein bisschen Kleber auf die falschen Wimpern und lasse diesen kurz antrocknen (!). Anschließend platziere ich die Wimpern möglichst dicht an meinem natürlichen Wimpernkranz. Nun lasse ich den Kleber gut trocknen. Sobald der Kleber trocken ist, drücke ich mit einer Pinzette meine natürlichen und die falschen Wimpern zusammen und tusche diese mit einer Mascara. Wenn die Mascara trocken ist, bessere ich den Eyeliner noch einmal aus und versuche Stellen, an denen man Kleber oder das Wimpernbändchen sieht, zu kaschieren. Wichtig ist, dass ihr das Ankleben der Wimpern vor euerer Vorstellung ein paar Mal übt. Es ist wirklich nicht ganz einfach die Wimpern richtig zu platzieren und wenn dann noch die Aufregung dazu kommt, sind die Hände beim Anbringen der Wimpern auch nicht ruhiger ;-)

Wenn die Wimpern fertig sind, bringe ich zunächst meine Augenbrauen mit einem Bürstchen in Form. Anschließend zeichne ich mit einem Augenbrauenstift meine Brauen nach. Hier wähle ich eine Farbe dunkler als im Alltag, damit meine Augenbrauen auf der Bühne auch zu sehen sind. Bei einem so starken Augenmakeup ist es wichtig die Augenbrauen nicht zu vernachlässigen, da diese die Begrenzung der Augenpartie nach oben darstellen. 

Ich persönlich muss meine augenbrauen auch nach außen ein wenig verlängern, da ich dort kaum Häärchen habe. Dadurch, dass ich in meiner Teenagerzeit meine Augenbrauen fast komplett getötet habe, habe ich sehr schmale und kurze Augenbrauen. Ich muss also mit dem Augenbrauenstift einen Bogen definieren. Das braucht etwas Übung, bis es "natürlich" aussieht.

Zum Fixieren der Augenbrauen benutze ich immer etwas Haarspray, das ich auf ein kleines Kämmchen gebe. Mit diesem Kämmchen gehe ich dann einfach ein- zwei Mal über meine Brauen. Wer mag kann hier natürlich auch ein Augenbrauengel verwenden - mir ist dies allerdings zu klebrig.

Sind die Augenbrauen getrocknet, wende ich mich dem Konturieren zu. Dafür benutze ich zunächste einen Bonzer und konturiere ich bekannter 3er Form mein Gesicht. Das bedeutet, dass ich Stirn, Wange und Kinn in der Form einer 3 (und natürlich auf der anderen Gesichtshälfte eine spiegelverkehrte 3). Ein wenig Bronzer gebe ich auch noch auf meine Nasenflügel. Dabei gilt natürlich auch wieder gut zu verblenden. Seid hier nicht zu geizig mit dem Konturpuder. Durch das Make-Up und das Bühnenlicht nehmt ihr dem Gesicht jede Kontur weg, die ihr nun durch das Produkt wieder herausarbeiten müsst. Grundsätzlich gilt: Hell hebt hervor - Dunkel tritt zurück.

Nach dem gleichen Grundsatz highlighte ich nun die entgegengesetzten Stellen in meinem Gesicht mit einem Highlighter. Dieser schimmert ein wenig, was dafür sorgt, dass hier das Bühnenlicht gefangen und reflektiert wird. Ich habe den Highlighter unter meinem Auge, dem oberen Ansatz meiner Wangenknochen, dem Nasenrücken, dem Kinn und in der Mitte der Stirn platziert. Das sind die Regionen meines Gesichtes, die ich hervorheben möchte.

Auf die Wangenknochen gebe ich noch ein wenig Rouge, welches ich ebenfalls mit Highlighter und Bronzer verblende.

Die Lippen habe ich zunächst mit einem weichen, schwarzen Kohl-Kajal umrandet. Den Kajal verwische ich leicht zur Mitte der Lippen hin, um einen möglichst gleichmäßigen Übergang zu schaffen. 

Anschließend trage ich einen tiefroten Lippenstift auf. Heir würde ich einen weniger glänzenden Lippenstift , als ich ihn verwende, empfehlen. Die Lippen sollten das Bühnenlicht nicht in übermäßigem Maße reflektieren, da die den Augenmerk von den Augen weglenkt. 

Als Krönung des Ganzen habe ich eine Haarsträhne an meiner Schläfe zu einem Kringel gedreht und mit Haarspray an meiner Schläfe fixiert. Dies soll so einen Spanischen Look sympolisieren. Für einen Auftritt müsste ich hier definitiv eine etwas dickere Haarsträhne nutzen, damit diese vom Zuschauerraum aus auch gesehen wird.

So sieht der komplette Look dann anschließen aus: 



Ich hoffe euch hat dieses Tutorial gefallen. Schreibt mir doch gerne einmal in die Kommentare, was ich euch noch so schminken kann.